Währschaftes & Delikates zur Geschichte der Schweizer Gastronomie
Seestrasse 45 CH-3600 Thun

Schloss Schadau

Das zauberhafte Schloss Schadau und seine einmaligen Parkanlage mit dem alten Baubestand bieten sich als ideales Naherholungsgebiet für Gross und Klein an. Der Park verfügt über einen grossen Kinderspielplatz und während der Sommersaison fährt eine kleine Dampfeisenbahn. Ebenfalls im Schadaupark steht das neu renovierte Thun-Panorama. Im Schloss Schadau finden sich das Restaurant ARTS mit seinem vielseitigen Angebot und natürlich das Schweizerische Gastronomiemuseum.

Das heutige Schloss Schadau wurde in den Jahren 1847 bis 1852 in einem Stilgemisch, heute bekannt als romantischer Historismus, erbaut. Bereits in früheren Jahrhunderten standen jedoch Vorgängerbauten am Ausfluss des Thunersees in die Aare.

um 1273

Das Sässhaus der Strättliger

Die Herren von Strättligen bauen sich in der Schadau (Gemeinde Strättligen) ein Sässhaus.

Die Abbildung aus dem Codex Manesse zeigt den damals berühmten Minnesänger Heinrich III. von Strättligen (1258–1294).

Codex Manesse, fol. 70v: Heinrich von Stretelingen; zw. 1305 und 1315, Meister des Codex Manesse. UB Heidelberg.

zwischen 1348 bis 1443

Die Schadau geht via die von Bubenberg und die von Wichtrach an die von Erlach.

1638

Die von Erlach erbauen ein bernisches Landschlösschen

Schultheiss Franz Ludwig von Erlach der Ältere (1575–1651) erbaut ein bernisches Landschlösschen anstelle des Sässhauses.

Schloss Schadau (ca. 1747). Ausschnitt. Aquatinta koloriert, Johann Rudolf Dikenmann (1793-1883). Burgerbibliothek Bern.

1760

Die Schadau geht durch Tausch an Bernhard May.

Landschloss Schadau. Ausschnitt. Feder, aquarelliert, undatiert, von Wilhelm Oppermann (1786–1852), Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinet.

1824

Die Neuenburger de Rougemont

Der Neuenburger Bankier Denis de Rougemont (1759–1839) kauft in Hofstetten das ehemalige Gut von Niklaus von Mülinen.

Denis de Rougemeont (1759–1839)

1831

Rodolphe de Rougemont (1805–1844), der jüngere Sohn von Denis und ebenfalls Bankier, erwirbt von Niklaus von Mülinen das Bächigut mit dem Landhaus ‚Chartreuse‘ in Hünibach.

1837

Alfred de Rougemont (1802–1868), der ältere Sohn von Denis, Oberst im Generalstab, kauft zusammen mit seiner Frau Sophie de Pourtalès (1807–1882) die alte Schadau.

Alfred de Rougemeont (1802–1868)

1846–1852

Bau der neuen Schadau und der Hofgruppe jenseits der Seestrasse durch Alfred und Sophie. Heftige Stildiskussion: «Ein Architektonisches Monstrum … eine noch nicht einmal vollendete architektonische Missgeburt, ein wahrhaft Widerwillen erregendes Phantasiegebilde»

Schloss Schadau 1855

um 1852

Nach Bauvollendung der neuen Schadau Abbruch der alten Schadau und Erweiterung des Bauernhofes „zur Eselmatte“ (heute „Schlossgut“).

Schloss Schadau (zwischen 1850–1856). Ausschnitt. Aquatinta, koloriert, Johannes Ruf (1813-1886). Burgerbibliothek Bern.

um 1868

Albert de Rougemont (1837–1899), Sohn von Alfred und Sophie, übernimmt die Schadau. Die Schadaubesitzung wird durch Landkäufe sukzessive auf 350‘000 m2 erweitert.

Albert de Rougemeont (1837–1899)

1873

Aus einem Reiseführer: „Die Schadau ist eine von Menschenhand geschaffene Perle, gefügt in das Diadem der Alpenlandschaft, das die Natur hier in fröhlichster Stunde geschaffen“

Schloss Schadau (ca. 1873)

1877

Mutter Sophie und Sohn Albert übernehmen die Pension an der Gwattstrasse 117 und bauen sie zum Greisenasyl um. Der Schlosspark wird am Sonntag für die Bevölkerung geöffnet.

Pension Gwattstrasse 117

1880

Albert de Rougemont heiratet erst kurz vor dem Tod der Mutter die Comtesse de Constant-Rebecque (1854–1933).

Comtesse de Constant-Rebecque (1854–1933)

1881

Geburt von Tochter Clara (1881–?)

1882

Geburt von Tochter Alice (1882–1913); heiratet 1902 den deutschen Baron Alexander von Swaine.

1885

Geburt von Sohn Alfred Denis Louis de Rougemont (1885–1908)

1908

Sohn Louis nimmt sich das Leben. Das Erbe geht ah seinen Neffen Henry von Swaine (1904–?), Sachwalter wird dessen Vater Baron Karl Alexander Freiherr von Swaine (1870–1927).

1916/17

Versteigerung des gesamten Inventars der Schadau im Auftrag des Barons von Swaine.

1917

Die Schadau als Spekulationsobjekt

Verkauf der Schadau (inkl. 350‘000 m2 Umschwung) für 1.15 Mio Franken an ein Thuner Konsortium. Am See werden Parzellen für herrschaftliche Villen abgetrennt.

Schloss Schadau (frühes 20. Jh.). Fotografie aus der Heimatschutzserie "Bernische Schlösser". Staatsarchiv Kanton Bern.

1920

Strättligen wird ein Teil der Gemeinde Thun.

1925

Die Einwohnergemeinde Thun kauft zum Preis von 380’000 Franken das Schloss als Abbruchobjekt und die restlichen 36’000 m² des ehemaligen Umschwungs.

ab 1925

Zahlreiche Zwischennutzungen: Schweizerische Kunstausstellung, Relief der Berner Alpen (Simon Simon, heute im alpinen Museum in Bern), Sommerausstellungen des Kunstmuseums Thun, Galerie Wendeltreppe, Spielzeugausstellung.

Schloss Schadau 1929. Ausschnitt Postkarte (1929). Photoglob. Privatbesitz.

 

ab 1928

Betrieb einer alkoholfreien Wirtschaft durch die Frauenvereine Thun und Strättligen (später SV-Service).

1934–1960

Schweizerisches Kriegsmuseum

Schloss Schadau: Schweizerisches Kriegsmuseum von 1934–1939. Fotografie, armeemuseum.ch.

1929–1945

Wohnungen für Familien in Not (der Familienvater leistete Aktivdienst)

1954

Doch kein Abbruch

Erneute Stildiskussion. Berner Heimatschutz leistet keinen Beitrag an eine Renovation. Erst ein Gutachten der Eidgenössischen Kommission für historische Kunstdenkmäler bringt die Wende: Die Stadt Thun bewilligt einen ersten Kredit von 50‘000 Franken für die Erhaltung.

ab 1974

Sandsteinreparaturen. Zahlreiche, unterschiedlichste Zwischennutzungen.

Schloss Schadau

1982–1994

11 Open-air-Festivals im Park

1985

Einbau einer Gasheizung. Modernisierung der Restaurantküche

ab 1988

Schweizerisches Gastronomiemuseum

Das Schweizerisches Gastronomiemuseum bezieht Räumlichkeiten im 1. und 2. Obergeschoss.

Teekanne mit Rechaud; Schweiz, undatiert. Schweizerisches Gastronomiemuseum.

Schloss Schadau Thun

© 2013

Schweizerisches Gastronomiemuseum
Seestrasse 45
CH-3600 Thun

Für alle Informationen:
Tel. 033 223 14 32 oder
info@gastronomiemuseum-thun.ch

Impressum

Öffnungszeiten

Das Museum ist noch bis zum 27. April jeweils Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Nutzen Sie die Möglichkeit und kommen Sie vorbei.

Eintrittspreis CHF 7.-

Führungen

für Familien, Freunde, Belegschaften oder Klassen von Fachschulen sind auf Voranmeldung möglich.

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